Fiesco (Oper in 3 Akten)


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Fiesco (Oper in 3 Akten)

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Oper in 3 Akten - Klavierauszug mit Libretto im hinteren Teil

Die Verschwörung des Fiesco zu Genua von Friedrich Schiller in Teilen vertont und unterlegt

Komponist: Friedemann Holst-Solbach

Texter: Friedemann Holst-Solbach

 

Auszüge aus dem Vorwort:

Wenn ich mich recht erinnere, war es 1976, also vor 40 Jahren, dass ich als Statist am Schauspielhaus in Kiel unter der Leitung von
STEPHAN STROUX, dem ich diese Oper zueigne, im republikanischen Trauerspiel von Friedrich Schiller „DIE VERSCHWÖRUNG DES FIESCO
ZU GENUA“ mitspielte.
Dieses zu erleben war für mich neben dem vielen Anderen, was man als Student der Agrarwissenschaften und des Gesanges erfährt, eines der
beeindruckensten Erlebnisse, vor allem deshalb, weil ich zum ersten Male ‚gecastet’ wurde.
Zur Darlegung von Gründen im Hinblick auf die Aktualität des Dramas möchte ich deutlich machen, dass ich der Auffassung bin, dass eine
demokratische Regierungsform wie Karl Popper sie in seinem Werk „Die offenen Gesellschaft und ihre Feinde“ (1945) im antiken Athen als nur von
kurzer Dauer beschreibt, durch autoritäre bzw. totalitäre Regierungsformen gefährdet ist.
Schiller verfasste „DIE VERSCHWÖRUNG DES FIESCO ZU GENUA“ in Prosa. Deshalb schien mir eine Vertonung in Zwölftontechnik sinnvoll,
wobei ich für das von mir geschriebene und sowohl zeitlich als auch inhaltlich erheblich reduzierte Libretto des Dramas die Melodie des von mir
2008 vertonten Gedichtes von Erich Fried „GEGENBEWEIS“ wählte, die Grundzüge von Zwölftontechnik aufweist.
Wie Tabelle 1 „Struktur und Charakter der Einleitungen“ zu den von mir nur durchnummerierten Teilen des Stückes verdeutlicht (hierbei verzichtete
ich bewusst auf Benennungen wie ‚Akt’ oder ‚Aufzug’, ‚Bild’, ‚Szene’ oder ‚Auftritt’ um Inszenierungen einen größtmöglichen Freiraum zu lassen),
bediente ich mich der Matrizenaddition. So ergibt sich aus der Addition von Matrix 1 mit Matrix 2 in der Summe Matrix 3 mit völlig Neuem.
Zur Veranschaulichung hier eine Erklärung:
Matrizen sind ein Konzept der linearen Algebra, wobei eine Matrix die rechteckige Anordnung von Elementen ist, mit denen sich dann arbeiten lässt,
indem man sie, wie in meinem Falle, addiert:
( 1 2 3 ) ( 7 8 9 ) ( 1 + 7 2 + 8 3 + 9 ) ( 8 10 12 )
( 4 5 6 ) + ( 10 11 12 ) = ( 4 + 10 5 + 11 6 + 12 ) = ( 14 16 18 ).
Zu den in Tabelle 2 ausgeführten „Charaktermelodien und Rhythmen“ bleibt mir zu erklären, dass ein systemischer Ansatz interpersonelle
Beziehungen in einer Gruppe als Grundlage für die Lösung interpersoneller Konflikte beschreibt. Von daher machte es Sinn, die zwei gewählten
Reihen der oben erwähnten Melodie,
Andreas Doria, Doge von Genua, 80 Jahre (Bass), und Gianettino Doria, Neffe des Vorigen, 26 Jahre (Bariton),
in ihren in der Zwölftontechnik erlaubten Varianten in Bezug zu den anderen Personen des Stücks zu stellen:
Julia, Gianettinos Schwester, 25 Jahre (Alt) Fiesco Graf von Lavagna, 23 Jahre (Tenor)
Leonore, Fiescos Gemahlin, 18 Jahre (Mezzosopran) Verrina, verschworener Republikaner, 60 Jahre (Bass)
Berta, Verrinas Tochter, ein Mädchen (Sopran) Bourgognino, Verschworener, 20 Jahre (Tenor)
Calcagno, 30 Jahre, und Sacco, 45 Jahre, Verschworene (Baritone) Muley Hassan, Mohr von Tunis (Bass)
Hinzu kommen Handwerker-Schauspieler und -Statisten (siehe 2. IV.) sowie Soldaten.
Letztlich passt die Wahl der Zwölftontechnik als Vertonungsvorgehensweise insofern zum Drama, als einerseits alle Personen für Genua nur das
Beste wollen - deshalb die Reihe als verbindendes Element, aber gleichzeitig sie alle ihre eigenen Interessen verfolgen - deshalb die Varianten der
Reihe als trennendes Element.
Zur Umsetzung des oben Gesagten legte ich folgende Kompositionsregeln fest:
1. In Einleitungen spielen nur die Instrumente der Personen, die auftreten, begleitet vom Klavier.
2. Im dritten Teil (3. I. bis XI.) darf keine Person ihre Charaktermelodie in der Einleitung haben.
2. Zwischenspiele können unterschiedlich gestaltet werden:
a. mit den Charaktermelodien der auftretenden Personen, aber von den Instrumenten der Personen gespielt, über die gesprochen wird,
b. mit den Charaktermelodien und den Instrumenten der Personen, über die gesprochen wird, und
c. alle Zwischenspiele sind mit Klavier zu notieren.
3. Sinnstiftende Tonverdoppellungen und -oktavierungen, unter anderem in Worten, sind situationsabhängig erlaubt.
4. Fragen der Dynamik sollten im Rahmen einer Uraufführung geklärt werden.
Die Orchestrierung folgt dem Melodrama von Arnold Schönberg „PIERROT LUNAIRE“ (1912), wobei die einzelnen Stimmen - außer dem Klavier -
doppelt zu besetzen sind. Eine Besetzung mit einer Oboe statt der zweiten Flöte (siehe Einzelstimme) und einem Englischhorn statt der ersten
Klarinette ist aus klangfarblichen Gründen denkbar und wird im Falle der ersten Klarinette auch als Englischhorneinzelstimme angeboten.

Das komplette Orchestermaterial mit Partitur ist nur als Leihmaterial lieferbar

 

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